Archiv für die Kategorie ‘Alle Nebenthemen’

Extremwetterkongress

Donnerstag, 04. März 2010

Extremwetter wird erwartet, wo es früher keines gab.

"Eine Zunahme der Entropie bedeutet Informationsverlust und nichts Anderes." ist wohl die beste Verdeutlichung des Entropiebegriffes. Gilbert Newton Lewis schrieb das im Jahr 1930.

Unser Wachstum in einem nicht unendlich offenen Systen wird durch die Grenzen seiner Fähigkeiten zum Entropieexport beschränkt. Praktisch bedeutet eine spürbare Zunahme der Entropie zum Beispiel, dass das Wetter schwerer vorhersagbar wird. Versicherungen verstehen das am schnellsten.

Das war vorhersagbar.

Beleidigung der Esel

Mittwoch, 17. Februar 2010

Westerwelle darf sagen, was er will. Auch Dummheiten sind erlaubt. Er hat recht, und weiß nicht, warum: Wir sind tatsächlich in die Krise geraten, weil Dekadente reich werden konnten, ohne Leistung zu erbringen. Und es ist die FDP, die Steuerflüchtlinge vor Verfolgung schützen will.

Westerwelles Gekeife ist ein Ablenkungsmanöver. Es ist nicht nur bösartig und ein Problem der Wortwahl, sondern Westerwelle verbreitet schlicht eine Unwarheit, die vom Leiter der Bundesagentur für Arbeit mit Fakten einfach zu widerlegen war. Die Grundannahmen für Westerwelles Weltbild stimmen nicht.

Westerwelle benutzt für sein schäbiges Geschäft die Armen und Ärmsten, die er gegeneinander ausspielen will. Esel dagegen sind eigentlich ganz liebe Tiere. Man sollte sie nicht mit Westerwelle gleichsetzen.

Goinger Kreis

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Der “Goinger Kreis” wurde am 31.01.2006 in das Vereinsregister Frankfurt am Main mit der Nummer 13391 eingetragen. Im Jahr 2009 wechselte die Anschrift des Vereins von einer Adresse in Neubiberg bei München zu einer Adresse in einer norddeutscheb Gemeinde. Die vollständige Bezeichnung des Vereins ist “Goinger Kreis – Initiative Zukunft Personal & Beschäftigung e.V.”

Aus der Satzung des Vereins: “Zweck des Vereins ist die Förderung des Gedankenaustausches in nationalen wie internationalen personal- und sozialpolitischen Themenstellungen, die Unterstützung von wissenschaftlichen Projekten und Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Personalwirtschaft und die Mitwirkung an nationalen und internationalen personalwirtschaftlichen Studien. Der Verein ist selbstlos tätig. Er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Ziele. Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke.” “Der Goinger Kreis versteht sich als ein Forum und Think Tank für Personalvorstände und Personalbereichsverantwortliche. Das Forum hat sich zum Ziel gesetzt, neue Maßstäbe zur Sicherung von Arbeitsplätzen zu setzen und hierbei zu tagesaktuellen, personal- und gesellschaftspolitischen Fragen Stellung zu beziehen, Denkansätze für notwendige Veränderungen schaffen und hierfür öffentliches Bewusstsein zu fördern.”

Damit ist Agenda Setting als Aufgabe des sowohl selbstlos tätigen wie auch ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke verfolgenden Vereins beschrieben. Hinsichtlich seiner Aktivitäten kann man den Verein also als einen advokatischen Think Tank betrachten. Die Mitglieder dieser Denkfabrik lassen sich den folgenden Unternehmen zuordnen: Accenture GmbH, ehem. Bereichsleiter Personal der BHF-Bank, Carl Zeiss Vision International, CSC Deutschland Solutions GmbH, Daimler AG, DB Mobility Logistics AG, Deutsche Bank AG, Evionik Industries AG, Infineon Technologies AG, Leuphania Universität Lüneburg, Otto Group, Pawlik Sales Consultants AG, Praktiker Bau- und Heimwerkmärkte Holding AG, RZP GmbH, SAP AG, Schenker AG, Strategy for People.

Vernetzung: “Schlagkraft entsteht auch durch Größe” (Karl-Heinz Stroh, Gründungsvorstand der HR Alliance und Vorstand Personal, Praktiker Bau- und Heimwerkermärkte Holding AG). Die Human Resources Alliance (www.hr-alliance.eu) sieht sich als ein Zusammenschluss “führender, innovativer Initiativen der Personalarbeit in Deutschland, die sich für “Fortschritt im System Arbeit” stark macht.” Gründungsverbände der HR Alliance sind der Goinger Kreis (www.goinger-kreis.de), die Selbst GmbH (www.selbst-gmbh.de) und der dapm e. V, Arbeitskreis Personalmarketing (www.dapm.org).” Siehe auch: www.hr-alliance.eu/links.htm. Der Gründungsvorstand kommt aus den folgenden Unternehmen: Deutsche Telekom AG, Infineon Technologies AG, Initiative “Selbst-GmbH” e.V., Praktiker Bau- und Heimwerkermärkte Holding AG, UniCreditGroup, Vattenfall Europe AG. Weitere Beziehung: Zukunftsforum (www.zukunftsforum-personal.de).

Gewinnung von Aufmerksamkeit: “Um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen und diese in die Umsetzung zu bringen, behandelt der Goinger Kreis personal- und gesellschaftspolitisch relevante Themen im Rahmen von Arbeitskreisen (AKs) und richtet darüber hinaus konkrete Initiativen aus. Durch diese wird nicht nur Stellung zu relevanten Fragen bezogen, sondern es werden auch konkrete Denkansätze und Umsetzungsbeispiele entwickelt. Ein bundesweites Erfolgsbeispiel ist die Initiative ‘Fit für die Bewerbung’, die sich aus dem AK ‘Beschäftigungsfähigkeit Jugendlicher’ entwickelt hat.” (www.goinger-kreis.de/3-0-Aktivitaeten+und+Initiativen.html)

Mitbestimmung: Basierend auf seinem Verständnis der Mitbestimmung empfiehlt der Goinger Kreis: “Nutzen der Betriebsräte als Korrektiv und Sparringspartner”.

McKinsey

Donnerstag, 10. Dezember 2009

The Independent

The real power behind No 10

“McKinsey is a highly secretive consultancy firm – and Tony Blair is more likely to listen to its advisers than to his own ministers. Katherine Griffiths investigates the ‘Jesuits of capitalism’”

Monday, 27 June 2005

http://www.independent.co.uk/news/uk/politics/the-real-power-behind-no-10-754912.html

Bin durch ein Interview mit Stephen Green darauf aufmerksam geworden.

Neofrivole Stimmung

Montag, 26. Oktober 2009

Im ZDF kurz vor Ende des gestrigen Sonntags entdeckte Peter Sloterdijk eine “neofrovole Stimmung” und empfahl Gunnar Heinson. Da fand ich dies: FAZ.net 2008-04-26 Die Verführung zur globalen Zockerei. Und es geht schon wieder weiter. Die versammelten Philosophen enteckten, dass mit den Wirtschaftstheorien irgendwas nicht stimmt. Wer hätte das gedacht? Das Beklagen der Lernunfähigkeit liegt aber daneben. Denn es geht um Lernunwilligkeit. Nach der Krise ist vor der Krise.

www.Wachstum-Bildung-Zusammenhalt.de

Sonntag, 25. Oktober 2009

Ich konnt’s mir einfach nicht verkneifen. Für “Wachstum-Bildung-Zusammenhalt” muß die Merkelwalze ran: “Merkel muss ganz sicher ihren Stil ändern. In der Großen Koalition hat sie moderiert, in der Kleinen muss sie weitaus stärker das Prinzip der Richtlinienkompetenz für sich in Anspruch nehmen. Sie muss also weitaus mehr und deutlicher regieren als in der Vergangenheit.” (Wolfgang Schroeder, Tagesschau 2009-10-24).

Und hier die Lizenz für das Merkelwalzen-Bild
(Westerwelle, bitte vorlesen):
Creative Commons License
Merkelwalze by Goetz Kluge is licensed under a Creative Commons Attribution-Noncommercial-No Derivative Works 3.0 Germany License.


www.Wachstum-Bildung-Zusammenhalt.de

FDP bereitet Umverteilung vor

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Hermann Otto Solms: “Das ist kein Schattenhaushalt, das ist ein Nebenhaushalt.”

http://www.fdp-bundespartei.de/webcom/show_article.php?wc_c=1412&;wc_id=66: “Union und SPD sind in der Haushaltspolitik gescheitert. Das angestrebte Ziel eines ausgeglichenen Haushalts im Jahr 2011 wird nicht erreicht. Trotz Steuermehreinnahmen des Bundes von über 150 Mrd. Euro hat sich der Bund jedes Jahr neu verschulden müssen. Insgesamt über 90 Mrd. Euro an neuen Schulden sind im Zeitraum 2006 bis 2009 hinzugekommen. Die Bundesregierung hat die sehr guten konjunkturellen Phasen der Jahre 2006 bis 2008 ungenutzt verstreichen lassen. Statt die Neuverschuldung auf Null zu reduzieren und Haushaltsüberschüsse zu erwirtschaften, wurden die Ausgaben um rd. 38 Mrd. Euro ausgeweitet. Es wurde bei der Haushaltskonsolidierung nicht auf Ausgabenbegrenzung, sondern einzig auf Einnahmenerhöhung in Verbindung mit massiven Steuererhöhungen gesetzt. Die wesentlichen Gründe für das Scheitern in der Haushaltspolitik liegen in einem mangelnden Sparwillen und in einer falsch angelegten Konzeption in der Finanzpolitik. Schulden sollten nicht versteckt werden. Die FDP lehnt daher Nebenhaushalte ab. Die Haushaltssituation beim Bund erfordert einen nationalen gesamtstaatlichen Kraftakt. Deutschland wird letztendlich nur mit einer wachstumsorientierten Finanzpolitik aus der Schuldenfalle kommen. Dabei setzt die FDP auf eine Doppelstrategie des Konsolidierens und Reformierens.”

http://www.daniel-volk.info/files/Newsletter/Newsletter_07-2009.pdf (Dr . Daniel Volk, … Sprecher der FDP-Bundestagfraktion für den Europäischen Wirtschafts-
und Rechtsraum): “Schatten- und Nebenhaushalte stoppen!”

http://www.fdp-muelheim.de/programm.php (2009-10-21): “In der Vergangenheit wurden bewusst städtische Beteilungsformen gesucht und genutzt, um in einer Art Nebenhaushalt über öffentliche Gelder zu verfügen. Dieses System führt weder zu effizienter Verwendung der Gelder noch ist es ein Beispiel wünschenswerter Privatisierung. Hier muss Transparenz geschaffen werden.”

Gunnar Uldall

Montag, 19. Oktober 2009

Zu einfachen Steuermodellen suchen Sie vor Merz am besten nach Gunnar Uldall, einem Steuerexperten der CDU.

Deus ex machina

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Hier geht es um zeitgemäße Missionsarbeit und um die Umverteilung von Gewerkschaftsmitgliedern.

Die rbb Reporter berichteten (Do 15.10.09 09:30 – 10:00): Wenn der Arbeitgeber pleitegeht – Unterwegs mit dem Insolvenzverwalter. Um etwa 09:50 (gegen Ende der Sendung) gab es dann die Lösung für die Laola-Wäscherei in Lübben: Der neue Investor übernimmt, wenn die Belegschaft aus der IG Metall austritt und in eine Christliche Gewerkschaft eintritt.

“Laola betreibt in Lübben (Dahme-Spreewald) eine Großwäscherei und vermietet Wäsche an Krankenhäuser und Altenheime. Die Firma beschäftigt 86 Mitarbeiter. Sie hatte zuletzt eine gute Auftragslage, war jedoch aufgrund von Altverbindlichkeiten in Zahlungsschwierigkeiten geraten.” (Lausitzer Rundschau 2009-04-17). “Das haben wir schon immer so gemacht? Den Satz will ich knacken!”, meinte die dynamische Geschäftsführerin im Jahr 2005 (RKW Brandenburg GmbH Rationalisierungs- und Innovationszentrum: .Kompetenzsteigerung durch Qualifizierungsmanagementsysteme, 2006-01-13, S.10-12)

Der neue Investor ist die Sitex-Gruppe mit Hauptsitz in Minden (Nordrhein-Westfalen). Im Gegensatz zum RBB berichtete die Lausitzer Rundschau (2009-09-10) nicht mit gleichem Tiefgang über die neue christliche Orientierung des Unternehmens, mit der 80 Arbeitsplätze gerettet werden konnten: Insolvenzverwalter Sebastian Laboga aus der Sozietät Kübler teilte dem Blatt mit, dass Sitex ein potenter und breit aufgestellter Investor sei, der “sowohl von seiner Ausrichtung als auch von seiner Unternehmenskultur hervorragend zu Laola” passe.

Nachtrag 2009-10-16: nach dem Feedback, das ich bekommen habe, scheint nur ein Teil der Belegschaft “christlich” (d.h. Mitglied einer “christlichen” Gewerkschaft) geworden zu sein.

Des Bankers Schicksal

Donnerstag, 08. Oktober 2009


Links eine Illustration von Henry Holiday zum Kapitel The Banker’s Fate in Lewis Carroll’s The Hunting of the Snark. Die Ballade wurde im Jahr 1876 veröffentlicht. Rechts ist die Allegorie an den Bildersturm von Markus Gheeraerts d.Ä., wohl so um das 1567 herum entstanden und hier horizontal etwas komprimiert dargestellt.

Über 130 Jahre lang wurde nicht bemerkt, welche Rätsel Henry Holiday in seine Illustrationen eingebaut hatte. Ich bin nur durch Zufall darauf gestoßen. Das passt zur Bankenkrise: Nur die Wenigsten sehen genau hin – und sagen dann auch noch, was sie sehen.